Klanginstallation
3 Sirenen, 3 Stative, 3 Miniaturmotore
14.09.-02.11.2025 «Safe Haven» Kunstverein Palais für aktuelle Kunst, Glückstadt
Typhon ist eine vielschichtige Figur, die sowohl in der griechischen Mythologie als auch in anderen Bereichen vorkommt. In der Mythologie ist Typhon ein mächtiges, schlangenleibiges Monster, das als Sohn von Gaia und Tartaros gilt und als Bedrohung für die olympischen Götter dargestellt wird. Außerhalb der Mythologie bezeichnet „Typhon“ auch ein Schallsignalgerät, das häufig auf Schiffen verwendet wird, sowie einen Asteroiden.
Die Klanginstallation greift die charakteristische Akustik solcher Typhone auf, entzieht sie jedoch ihrer eigentlichen Funktion als Warn- und Alarmsignal. Die Sirenen erklingen weder in ihrer vollen Lautstärke noch mit ihrer üblichen Geschwindigkeit. Stattdessen laufen sie verlangsamt und gedämpft an oder aus, sodass der Eindruck entsteht, ein Alarm befinde sich in einem Schwebezustand – als stünde er unmittelbar bevor oder sei gerade erst verklungen. Das eigentliche Warnsignal bleibt aus und wird zu einer latenten, unaufgelösten Spannung.
Jede Sirene ist auf eine eigene Tonhöhe gestimmt. Gemeinsam bilden sie einen Dreiklang, der den technischen Klangkörper in eine musikalische Komposition überführt. Zwischen funktionalem Signal und harmonischem Zusammenklang entsteht ein Zustand, in dem sich Bedrohung und Ruhe, Erwartung und Auflösung überlagern. Die Installation verschiebt damit die Wahrnehmung des vertrauten Sirenenklangs: Aus einem Instrument der Alarmierung wird eine räumliche Klangskulptur, die den Moment unmittelbar vor oder nach dem Ausnahmezustand hörbar macht.






