Klanginstallation
9 Sirenen
23.11.2025-2026 «Resonanzen» Künstler:innenhaus Stadtgalerie Lauenburg
Die Klanginstallation greift die charakteristische Akustik von Windschrauben auf, entzieht sie jedoch ihrer eigentlichen Funktion als Warn- und Alarmsignal. Die Sirenen erklingen weder in ihrer vollen Lautstärke noch mit ihrer üblichen Geschwindigkeit. Stattdessen laufen sie verlangsamt und gedämpft an oder aus, sodass der Eindruck entsteht, ein Alarm befinde sich in einem Schwebezustand – als stünde er unmittelbar bevor oder sei gerade erst verklungen. Das eigentliche Warnsignal bleibt aus und wird zu einer latenten, unaufgelösten Spannung.
Jede Sirene ist auf eine eigene Tonhöhe gestimmt. Gemeinsam bilden sie einen Dreiklang, der den technischen Klangkörper in eine musikalische Komposition überführt. Zwischen funktionalem Signal und harmonischem Zusammenklang entsteht ein Zustand, in dem sich Bedrohung und Ruhe, Erwartung und Auflösung überlagern. Die Installation verschiebt damit die Wahrnehmung des vertrauten Sirenenklangs: Aus einem Instrument der Alarmierung wird eine räumliche Klangskulptur, die den Moment unmittelbar vor oder nach dem Ausnahmezustand hörbar macht.
Fotos: Robert Schlossnickel





